Mein Selbstverständnis

– Ich gehe von einer untrennbaren Einheit seelischer, psychischer und körperlicher Vorgänge aus. Ich bin ein System. Wir sind ein System.
– Jeder Körper ist einzigartig und spiegelt eine Lebensgeschichte (Biographie, Werte, …).
– Jeder Mensch bewegt sich individuell u.a. entsprechend der Biographie, Kultur, der Vorbilder, Werte, Einstellungen und aufgrund gemachter Erfahrungen u.a. im Kontext Familie, Freunde, Freizeitaktivitäten und Beruf.
– Durch den Körper nehmen wir unsere Gefühle, Bedürfnisse, Erfahrungen und Einstellungen wahr. Daher gibt es eine einfache Körper Kommunikation, die durch die bewusste Wahrnehmung körperlicher Signale (Gefühle, Tonus, Atmung…) zu lesen ist.
– The body keeps the score- der Körper merkt sich alles. (Traumaforscher Bessel van der Kolk, MC Farlane, Weisaeth, 2000)
– An Veränderungsarbeit ist immer der ganze Organismus, das komplette System, beteiligt.
– Jeder Mensch kann sein vollständiges Bewegungs- und Erholungspotenzial erleben und das kann sehr unterschiedlich aussehen.

Arbeitsweise des körperorientierten Coachings:

– Ich erkenne und anerkenne die Erfahrungsinnenräume der anderen Menschen an.
– Jeder Mensch braucht Wertschätzung durch sich selbst und andere.
– Ich stärke sooft und soviel ich kann Ressourcen.
– Ich spiegele das Gute.
– Ich arbeite lösungsfokussiert.
– Für mich ist Bewegung und Begegnung heilsam, wenn sie in einem respektvollen Beziehungsraum statt findet.
– Ich bin präsent. Präsenz ist die Basis für stimmige, nachhaltige und wirkungsvolle Lösungen, für eine bessere Lebensqualität und erfüllteres Wohlbefinden.
– Jeder Mensch trägt das Potential zur Heilung in sich. Nicht ich heile, sondern jeder heilt sich selbst.
– Ich höre zu.
– Ich fördere die Eigenverantwortung.

– Was der Coachee mitbringen sollte, ist der Wunsch etwas zu verbessern, dass ihm/ihr am Herzen liegt. Der Cochee braucht die Lust und die Bereitschaft sich im besten Sinne besser fühlen zu wollen.

Körperorientiertes Coaching:

– Körperorientiertes Coaching bietet einen lösungsfokussierten Begleitungsprozess, in dem Ideen für gewünschte Veränderungen und neue Möglichkeitsräume entwickelt und geprobt und in den Kontext Beruf und Familie eingebettet werden.
– „Der Körper ist dabei ein Seismograph für die seelische Verfassung, für die Stimmigkeit eines Gefühls, einer Handlung oder einer Situation.“ (Leonhard Thomas)
– Das körperorientierte Coaching ist ressourcen- und lösungsorientiert und bietet Raum sich aktiv und bewusst weiter zu entwickeln.
– Körperorientiertes Coaching ist erfahrungsorientiert und bietet eine Weiterung des Bewusstseins. Dadurch werden neue Erkenntnisse umsetzbar.
– Körperorientiertes Coaching ist kreativ und lässt Raum zur individuellen Lösung.
– Ziel ist die Einbettung neuer Erkenntnisse in den Alltagskontext als Basis für die Lebensqualität, Gesundheit und das Wohlbefinden.
– Dazu kann auch gehören alte Bewegungs- und Erholungsmuster zu lösen und neue Handlungsmöglichkeiten zu gewinnen und zu erleben ohne sich daran erinnern zu müssen.

Mein gegenwärtiger Trainingsansatz in Gruppen:

Gruppentrainings:

Ich bin kein Freund von schneller körperlicher Umstrukturierung. Nach dem Motto- ich sehe was, was Du nicht siehst und das ist schief, impliziert: gerade ist richtig, so ist es falsch, …

Und wer bin ich, dass ich es mir anmaßen könnte zu beurteilen, was für diese Person, mit Ihrer individuellen Lebensgeschichte richtig und gut ist?

Daher begleite ich so gut ich kann u.a. per Nachfrage, manchmal auch nur durch Auflegen einer Hand z.B. auf die erhöhte Schulter, oder durchs spiegeln einer interessanten Haltung bzw. Ausführung und frage nach, wie es sich anfühlt, ob es stimmig ist, was es ändert, welche Folgen spürbar sind… oder lasse es auch einfach gut sein.

Wenn ich korrigiere bzw. eine Meinung zur Ausführung formuliere, halte ich es wie es ein besonders guter Kollege und Netzwerkpartner, Marcel Merkel, von mir beschreibt:

„Häufig hört man als Trainer und Therapeut die Frage: Mache ich das richtig? Die Beantwortung dieser Frage weist eine gewisse Ambivalenz auf. Antwortet der Trainer mit „Nein, nicht ganz“, so kann dies bei manchen Anwendern demotivierend bzw. kritisierend wirken. Antwortet der Trainer allerdings mit: „Ja, das ist richtig“, so entsteht häufig subtil der Eindruck, es müsse bzw. könne diese Übung in Zukunft nicht weiter verbessert werden und wirkt so ebenfalls möglicherweise demotivierend. Anstelle einer Unterscheidung in richtig und falsch, kann es durchaus sinnvoll sein, in Begriffen wie gut und besser zu denken, um sich nicht die Möglichkeit einer weiteren Vervollkommnung zu nehmen.“ (Merkel, Kosik, S. 168)

Atem, Wahrnehmung, Emotion, Körper und Bewegung sind einfach die sichtbare Lebensgeschichte und Gegenwart, absolut sinnvoll, sonst wäre es nicht so.

Frage ist nur… kann es noch besser werden? Und wenn ja, wie? Und erhalte das Gute!

Ich gehe bei „neuen“ Teilnehmern davon aus, dass wirkungsvolle Körperarbeit mindestens 1,5 Jahre braucht. Innerhalb der ersten 1,5 Jahre lasse ich die Person ankommen, nehme Kontakt auf und freue mich zunächst eine weitere Lebensgeschichte Willkommen zu heißen.

„Turne bis zur Urne“ ist mein Lehr- und Leitsatz. Es gibt kein Leben ohne Bewegung. Bewegung ist die Grundlage des Lebens.

Trainingsinhalte:

„Leben ist Bewegung und ohne Bewegung findet Leben nicht statt.“ Moshé Feldenkrais
Jeder kennt die Heilkraft von Bewegung. Von der systemischen, ganzheitlichen Heilkraft bin ich vollkommen überzeugt.

Grundlage all unserer Bewegungen sind die motorischen Grundeigenschaften (Kraft, Ausdauer/ Schnelligkeit, Entspannung, Beweglichkeit, Koordination), im Volksmund bekannt als Kondition. Heilsam ist Bewegung meiner Erfahrung nach dann, wenn alle 5 motorischen Grundeigenschaften gut ausgebildet und miteinander kombinierbar sind, nur dann kann der Körper im System gesund bleiben. Und nicht nur das, alle 5 Eigenschaften wirken im Umkehrschluss auf das Gesamtsystem heilsam.

Werden die 5 motorischen Grundeigenschaften auf instabilen Grund trainiert, lösen sich ohne Zutun alte Bewegungs- und Erholungsmuster auf. Nebenbei werden die Gelenke nachhaltig stabilisiert. Die Reorganisation entsteht sofort und spiegelt die Gegenwart.

Zusätzlich arbeite ich innerhalb der 5 Eigenschaften nach dem systemischen Ansatz von Myers entsprechend der myofaszialen Leitlinien und habe das Konzept der osteopathischen Übungen in meine Arbeit integriert. Die Übungen wirken laut Merkel und Kosik nicht nur auf die Wirbelsäule und die Extremitäten, sondern auch auf die Organe, das Bindegewebe, die Muskeln und Nerven sowie die Gefäße.

Literatur:
− Downing, Körper und Wort in der Psychotherapie, Kösel 2007
− De Shazer, Der Dreh, Carl Auer 2012
− Feldenkrais: alle Werke, Suhrkamp
− Feldenkrais im Überblick, Roger Russel, Junfermann, 2004
− Fischer, Tendenzen des Wachstums, Silberschnur, 2003
− Merkel/ Kosik, Osteopathische Übungen mit dem Pilates-Roller, Meyer und Meyer, 2015
− Myers, Anatomy Trains, Urban und Fischer 2010
− Wienands, System und Körper, V&R
− Wienands, Einführung in die körperorientierte systemische Therapie, Carl-Auer 2013
− Zeit Wissen: Körper und Seele, Heft 3, 2013